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Malta 1987. Wer glaubt auf Malta könnte man nicht gefangen sein, der irrt sich. Und wer glaubt, auf Malta gefangen zu sein, ist nicht so schlimm, der hat nur zum Teil recht.
Von Malta aus wollten Paul und ich über Italien weiter nach Griechenland reisen. Die Tickets für die Fähre von Malta nach Italien hatten wir in der Tasche. Die Nacht verbrachten wir im Park beim Hafen von Valetta. Wir waren nicht die einzigen Rucksacktouristen. Es hatte sich herumgesprochen, dass man zeitig bei der Fähre sein sollte. Mit dem Sonnenaufgang wachten wir auf. Das war keine Kunst, denn kleine Mücken hatten uns die ganze Nacht über gepiesackt. Im Gesicht, an Händen und Füßen juckten kleine Pusteln. Das machte uns den Abschied von Malta nicht schwer, zumal wir uns schon auf unsere nächsten Station freuten.
Wir rollten unsere Schlafsäcke zusammen, packten den Rucksack und marschierten zur Anlegestelle. Dort reihten wir uns bei den Wartenden ein. Langsam quälte uns der Hunger. Stoisch hielten wir durch, zumal die Schlange hinter uns von Minute zu Minute länger wurde. Das Frühstück musste warten bis wir auf dem Schiff waren. Gerüchte erreichten unsere Ohren, wonach man nur mit einer Reservierung aufs Schiff kam. "Siehst du, gut dass wir so früh da sind", sagte ich zu Paul. Der verdrehte nur die Augen, denn inzwischen knallte die Sonne auf uns und er hatte Hunger,
was ihn ungemütlich werden ließ. Wir wurden immer stärker nach vorn gegen die Absperrgitter gedrückt. Jede Bewegung auf dem Schiff wurde mit Kommentaren verfolgt. "Jetzt geht es gleich los. Worauf warten die denn noch? ..." Es dauerte jedoch endlos lange bis Matrosen die Gangway herunterließen. Doch dann kam Bewegung in die Massen, das Drücken und Stoßen nahm zu. Schrittchen für Schrittchen ging es vorwärts. Aber nicht alle Leute wurden auf Schiff gelassen. Immer wieder wurden welche zurückgeschickt. "Das sind die ohne Reservierung", hieß es. Ein ungutes Gefühl breitete sich in meinem Magen aus. Das war nicht der Hunger. Eine Mann in einer blauen Uniform setzte der Ungewissheit ein Ende. Er rief: "Wer eine Reservierung hat, kommt hier her." Einige Leute traten aus der Schlange und wurden aufs Schiff gewunken. Mir fielen fast die Augen vor Neid und Zorn aus. Paul zuckte nur mit den Schultern. "Klar, die lassen zuerst die mit Reservierungen drauf, dann sind wir dran." Wir mussten zusehen, wie immer mehr Leute an uns vorbei zum Schiff gingen. Warum hatte man uns das mit der Reservierung nicht gesagt? Gab es überhaupt noch freie Plätze? Doch die Überlegung verdrängte ich sofort. Die Verzweiflung ließ meine Gedanken nur noch um eines kreisen: Wie kommen wir auf dieses Schiff? Vergessen
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